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Intensivpädagogische Jugendwohngemeinschaft

Arni 3
Der Begriff der "Intensivpädagogik" soll verdeutlichen, dass unser Angebot
der Hilfen zur Erziehung für eine hohe Qualität der persönlichen Bindung und einer partizipativen Beziehungsarbeit steht.
Unser stabiles pädagogisches Setting bildet die Basis für eine intensive, engmaschige und fachlich fundierte Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern.
Unsere intensivpädagogische Arbeit zeichnet sich durch einen lebensweltnahen
und gut strukturierten Alltag aus.
Gleichzeitig soll der individuelle Bedarf des Einzelnen in einem geschützten und sicheren Rahmen begleitet und gefördert werden.

Kurzkonzeption
Das Angebot der Wohngemeinschaft "Arni3" richtet sich an Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und deren Familien ab einem Alter von 12 bis 18 Jahren. In Ausnahmeregelungen wird eine Aufnahme ab dem 11. Lebensjahr gewährt. Die Hilfe kann im Einzelfall über das 18. Lebensjahr hinaus fortgeführt werden.

Durch besondere psychosoziale Belastungen in der Familie oder im sozialen Umfeld kann es zu Entwicklungsverzögerungen und -störungen kommen. Häufig entstehen sozio-emotionale Verhaltensauffälligkeiten. Dann bedarf es einer intensiven sozialpädagogischen Betreuung und Unterstützung, um notwendige erzieherische Hilfe geben zu können.

Unsere Wohngemeinschaft verfügt über 7 Plätze und bietet eine 24-Stunden-Betreuung. An den Nachmittagen bis zum Abend sind zwei BetreuerInnen des Teams für die Jugendlichen als Ansprechpartner vor Ort.

Unser Team besteht aus 7 sozialpädagogischen Fachkräften, darunter staatlich anerkannte Dipl. SozialpädagogInnen, ErzieherInnen (z.T. mit der Zusatzqualifikation als Erlebnispädagoge und Systemischer Beraterin), B.A. Heilpädagogin, und einer unterstützenden, Jugendhaus-internen Dipl. Psychologin (Systemische Familientherapeutin).

Konzeptioneller Ansatz:
  • Systemische Eltern- und Familienarbeit
  • Bezugsbetreuersystem
  • Vermittlung zu psychologischen Unterstützungsangeboten u.a. durch interne Psychologin des Jugendhaus Leipzig e.V.
  • Ressourcen- und lösungsorientiertes Arbeiten sowie Kompetenzentraining
  • Führen von Reflektionsgesprächen mit Schulung der Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Klientenzentrierte Hilfeplanung und Umsetzung
  • Erlernen eines strukturierten Tagesablaufes anhand individueller Tages-, Wochen- und Wochenendplänen
  • Förderung und Begleitung bei der Bewältigung lebenspraktischer Aufgaben
  • Heilpädagogisches Arbeiten durch individuelle Förderplanung in intensiver Einzelarbeit
  • geschlechtssensibele Gruppenarbeit
  • Regelmäßige erlebnispädagogische sowie sportliche Angebote
  • Genogramm- und Biografiearbeit
  • methodisches Arbeiten mit einem belobigendem, positv bestärkendem Punktesystems
  • Arbeit mit einem verständlichen Regelwerk mit transparenten, schlüssigen Konsequenzen
  • Begleitung in Krisen
  • Anwendung von Mediativen Methoden
Zusätzliche Leistungsbestandteile, die über der Grundleistung liegen, über Vergabe von Einzelbetreuungsstunden möglich:
  • tageweise erlebnispädagogische Einzelbetreuung (Time-Out-Modell), ambulante einzelfallspezifische Leistungen, Nachbetreuung im eigenen Wohnraum
Ziele:
  • Förderung und Stabilisierung der Persönlichkeit sowie positive Identitätsentwicklung
  • Bearbeitung biografischer Belastungen
  • Erlernen von Methoden im Umgang mit psychischen Krisen durch Entwicklung von Konfliktbewältigungsstrategien
  • Suchtfreies Leben
  • Integration in sozialen, schulischen, beruflichen und arbeitsweltbezogenen Bereichen
  • Unterstützung bei der Entwicklung individueller Lebensperspektiven
  • Reintegration in die Herkunftsfamilie
  • Verselbstständigung in eigenen Wohnraum
Leistungsparagraphen:
  • §§ 34; 34 i.V.m. 35a und 41 SGB VIII
Aufnahmekriterien:
Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche sowie deren Familien, die:
  • aufgrund von Störungen in ihrem Bezugs- und Familiensystem und/oder ihrer Entwicklungsbeeinträchtigungen sehr klare Strukturen mit einem strukturierten, geregelten Tagesablauf brauchen
  • negative Erfahrungen mit pädagogischen Einrichtungen gesammelt haben
  • einen Psychiatrieaufenthalt hinter sich haben
  • Bezugspersonen mit klarem Auftreten benötigen
  • aus einem instabilen familiären/sozialen Herkunftsmilieu stammen und Unterstützungsbedarf in ihrer sozialen/emotionalen Entwicklung haben
  • psychosoziale Auffälligkeiten und Störungsbilder haben
  • intensiv in ihrer weiteren Lebensgestaltung unterstützt und gefördert werden sollen
  • Missbrauchs- und Gewalterfahrungen haben
  • komplexen Hilfebedarf haben
Unser intensivpädagogisches Angebot richtet sich nicht ausschließlich an Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf. Aus unserer Sicht ist eine integrative / inkludierende Hilfe zur Erziehung sinnvoll, um die gemeinsame Weiterentwicklung förderlich und lebensweltnah zu gestalten.

Ausschlusskriterien:
  • dauerhafte Abgängigkeit
  • dauerhafte Schulverweigerung sowie Verweigerung eines Ersatzprojektes
  • andauernde fehlende Mitwirkung, dauerhafter Entzug aus der Alltagsstruktur
  • Drogenkonsum im Sinne einer Suchterkrankung bzw. massiven Gefährdung
  • andauernde bzw. häufig wiederkehrende akute Selbstgefährdung (akute Suizidalität)
  • massive Fremdgefährdung (Gewalt gegenüber MitbewohnernInnen oder MitarbeiterInnen)
  • schwere psychische Störungen, welche tiefgreifende Veränderungen des Denkens, der Wahrnehmung sowie der Emotionen verursachen (Bsp. Schizophrenie, Psychosen, schwere Borderlinestörung usw.)
Ausstattung:
  • 6 individuell einzurichtende Jugendzimmer (5 Einzel-, 1 Doppelzimmer)
  • zwei geschlechtsspezifische Bäder mit einer Waschmaschine
  • ein Esszimmer
  • eine große Küche mit Essbereich
  • ein Wohnzimmer mit Fernseher
  • ein Mitarbeiter-Büro
  • pädagogisch begleiteter Internetzugang für Bewohner
  • zwei Kellerabteile zur Lagerung der Fahrräder etc.
  • ein Gartenabteil
Ansprechperson: mehr zur Intensivpädagogischen-JWG:
Felicitas Mestenhauser
Tel./Fax: 03 41 / 92 61 314
Handy: 01573/ 18 72 986
E-Mail: leitung-arni3@jugendhaus-leipzig.de
Flyer

Infoblatt Erlebnispädagogische Angebote