Wie geht es euch mit der aktuellen Corona-Situation? Wie seid ihr mit den Maßnahmen umgegangen? Und welche Erfahrungen macht ihr jetzt damit?

Im Mai diesen Jahres wurde ein erster Einblick in eine interessante Befragung von Jugendlichen und jungen Menschen während der Corona-Krise veröffentlicht. Ein wichtiges Ergebnis ist, dass sich die Befragten nicht vertreten und verstanden fühlen, weder von Politik noch Medien. Es werde eher über sie als mit ihnen gesprochen.

Wir interessieren uns für eure Erfahrungen! Habt ihr Lust einen kleinen Text zu schreiben, den wir dann anonym auf unserem Blog veröffentlichen?

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Hier sind zusammengefasst einige Informationen und Ergebnisse der Auswertung:

Die Befragten:

Jugendliche zwischen 15 und 30 Jahren, 6431 junge Menschen haben teilgenommen. 5128 Fragebögen konnten für die Auswertung verwendet werden. Die meisten Befragten sind sich ähnlich (mehrheitlich deutschsprachig, weiblich, Schüler*innen). Sie verfügen über eigene Zimmer und Rückzugsorte. Frage der Forschenden: Wie können weitere Personen erreicht werden?

Was wurde erfragt?     

Aktuelle Erfahrungswelten im eigenen zu Hause, mit der Familie, im Umgang mit Kontaktbeschränkungen und Wahrnehmungen in der Zeit vor der Pandemie und währenddessen. Befragte sollten Aussagen auf einer Skala von 0 (= total unzufrieden) und 10 (=zufrieden) einschätzen, z.B. "Bei mir zu Hause gibt es aktuell immer jemanden, der sich um mich kümmert."

Außerdem gab es die Einladung, sich in einem Freitext zu äußern: „Vielen Dank für die Mühe, die du dir beim Ausfüllen dieses Fragebogens gemacht hast. Wenn dir noch was eingefallen ist, etwas im Fragebogen nicht angesprochen war, freuen wir uns über deine Anmerkungen.“

Einige Erkenntnisse aus dem Freitext:

  • Viele fühlen sich nur in ihrer Rolle als Schüler*innen und Studierende wahrgenommen.
  • Kontaktbeschränkungen werden als eher belastend erlebt.
  • Die jungen Menschen haben das Gefühl, nicht verstanden und einbezogen zu werden.
  • Sie äußern den Wunsch, dass in den Überlegungen der Politik vielfältigere Lebensrealitäten einbezogen werden (Obdach-/wohnungslose Personen, junge Menschen mit Fluchterfahrung, von Armut betroffene, Kinder deren Eltern sie aus verschiedenen Gründen nicht schulisch unterstützen können.)
  • Digitale Schule und Kommunikation sei nicht ausschließlich und immer möglich.
  • Junge Menschen fühlen sich mit ihren Perspektiven nicht gehört. Es würde nur über sie anstatt mit ihnen gesprochen.
  • Informationen werden eher für jüngere aufbereitet oder sind für Erwachsene. Jugendliche fühlen sich nicht angemessen informiert.
  • Zukunftsängste und Unsicherheiten vor allem bei beruflichen Übergängen, Überforderung durch Homeschooling, psychische Belastung durch Einsamkeit und Verunsicherung werden als Themen genannt.
  • Manche der Befragten fühlen sich auch entlastet. Sie hätten durch die Kontaktbeschränkungen einen sozial akzeptierten Grund zum Rückzug.

Andresen, S. A., Lips, A. L., Möller, R. M., Rusack, T. R., Thomas, S. T. & Wilmes, J. W. (2020, Mai). Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen - Erste Ergebnisse der bundesweiten Studie JuCo. Universitätsverlag Hildesheim. https://hildok.bsz-bw.de/frontdoor/index/index/docId/1078

Wenn ihr noch weitere Infos möchtet, könnt ihr hier die vorläufigen Ergebnisse runterladen.

Erkennt ihr euch in diesen Aussagen wieder? Oder ist es euch ganz anders ergangen? Was beschäftigt euch gerade so? Schreibt uns davon und wir veröffentlichen eure Gedanken anonym auf unserem Blog: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!